Bankrecht: Online-Banking – Kein Schadenersatz nach Pharming-Angriff

Der Bundesgerichtshof (BGH) wies die Klage eines Bankkunden ab, der einen Anspruch in Höhe von Euro 5.000 gegen eine Bank geltend machte, weil sie im Online-Banking eine Überweisung von seinem Konto ausgeführt hatte. Der Kunde hatte nach dem Öffnen der Maske für das Online-Banking der Bank einen Hinweis erhalten, dass im Moment kein Zugriff möglich sei. Danach erhielt er die Auforderung zehn TAN-Nummern einzugeben. Dies tat er, obwohl die Bank auf der Login-Seite für das Online-Banking deutlich darauf hingewiesen hatte, dass wegen Betrugsgefahr niemals mehrere TAN gleichzeitig eingegeben werden dürfen. Danach wurden Euro 5.000 vom Konto des Klägers ins Ausland überwiesen. Die Täter konnten nicht ermittelt werden.
Der Kläger hatte die Überweisung nicht getätigt. Die beklagte Bank konnte aber mit einem Schadensersatzanspruch in Höhe von Euro 5.000 gegen den Kläger aufrechnen. Der BGH stellte fest, dass der Kläger die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen hatte und somit fahrlässig handelte, als er trotz und entgegen des Warnhinweises der Bank mehrere TAN gleichzeitig eingegeben hatte.

BGH, Urteil vom 24. April 2012 – XI ZR 96/11 –